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Eine Familie im Homeoffice | Unser Medienvertrag

Home Office Wie lange dürfen meine Kinder fernsehen oder im Internet surfen? Mit dem eigenen Mediennutzungsvertrag kann man solche Fragen diplomatisch klären.

Aktion 2: Ohne Regeln geht es nicht

Heute freue ich auf ein gemütliches Frühstück im Familienkreis. Dank Schulschließungen und Homeoffice muss nun morgens keiner aus dem Haus, da fällt das Frühstück etwas familiärer aus: Brötchen-Lieferdienst und selbst gemachte Quittenmarmelade …was will man mehr? Genüsslich beiße ich in mein Brötchen und schaue in die Runde …

Mein Mann liest nebenbei online die neusten Corona-Nachrichten, meine Tochter chattet unter dem Tisch mit ihren Freundinnen und mein Sohn guckt mich vorwurfsvoll an: „Kann ich jetzt auch Mario spielen?“

Um meine Familie zu einem gesunden Medienverhalten zu bewegen, reicht der Comic von gestern nicht aus. Hier brauchen wir greifbare Regeln. Sonst beginnt die Diskussion jeden Tag von vorne und verdirbt allen Familienmitgliedern die Laune.

Unser Medienvertrag

Ich hole mir Hilfe im Netz. Zu dem Thema gibt es unzählige Einträge. Aber unter www.mediennutzungsvertrag.de werde ich fündig. Hier kann man zusammen mit den Kindern schriftlich festhalten, wie die häusliche Mediennutzung geregelt sein soll. Dabei braucht man nicht alles selbst erfinden: Für jeden Bereich – Smartphone, Internet, Fernseher – gibt es fertige Textbausteine, die man in den Vertrag einbauen kann. Man findet auch Extra-Textbausteine, um die Regeln für die Eltern zu definieren, denn diese sind auch Teil des Mediennutzungsvertags. Neben den vorhandenen Bausteinen gibt es auch die Möglichkeit, eigene Regeln zu formulieren. Das finde ich super, da ja jede Familie da ihren eigenen Weg sucht. Bei uns war es das zermürbende Betteln meiner Kinder um weitere Medienzeit, das eigene Formulierung brauchte:

Und noch besser: Wir konnten uns sogar auf Konsequenzen einigen, falls sich jemand mal nicht an den Vertrag hält. Die gelten jetzt für alle und müssen nicht jeden Tag neu diskutiert werden. Das hilft besonders mir ungemein! Nachdem wir unseren Vertrag ausgehandelt haben, wird er feierlich unterschrieben. Für den Moment sind sich alle einig – und das ist schon an sich eine kleine Sensation, wenn es um die Mediennutzung geht.

Rückblickend hat sich mein heutiger Medienkompetenztag voll ausbezahlt. Wir hatten ein gutes Gespräch über unsere Mediennutzung und haben sowohl unsere Regeln als auch Freiräume vertraglich festgehalten. Bin gespannt, wie lange der Hausfrieden hält.

Meine wichtigste Erkenntnis vom Tag: Medienkompetenz fängt beim eigenen Vorbild an! Und bei klaren Regeln lohnt es sich nicht, lange zu diskutieren. Ich freue mich schon auf unser Frühstück morgen!

Tipp: Broschüre für Eltern "Die Welt entdecken – Medien gehören dazu"

Die Broschüre gibt Orientierung, Handlungsempfehlungen und spielerisch-kreative Anregungen für eine altersgerechte Medienerziehung, die ein gutes Aufwachsen von (Klein-)Kindern in der heutigen Medienwelt zum Ziel hat. Eltern, Erzieherinnen und Erzieher erhalten wertvolle Tipps zur Medienerziehung von Kindergartenkindern. Zur Broschüre: https://www.lmz-bw.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Handouts/Kita-Broschuere-Onlineversion.pdf

Die Autorin ist Pädagogin, Mitarbeiterin am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg und Mutter zweier Kinder.

Schulschließung und Homeoffice – Medienbildung in der Familie

Seit der Corona-Epidemie ist unsere ganze Familie ständig online: Papa im Homeoffice, Hausaufgaben per Mail und ich texte diesen Artikel gerade in die Cloud. Und nach den Hausaufgaben immer die gleichen Fragen nach Handy und Tablet. Wie können wir es dabei schaffen, ein gesundes Medienverhalten beizubehalten? Als Lehrerin und Mutter zweier Kinder mache ich mir Gedanken, wie das gelingen kann. Trotz Corona-Blues und Kontaktsperren werde ich daher ab sofort meine privaten Medienkompetenzwochen auf die Beine stellen. Ich werde ausprobieren, wie man mit einfachen Mitteln die eigene Medienkompetenz und die von Kindern fördern kann.

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