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Urlaubszeit ist Fotozeit

Urlaubszeit ist Fotozeit

Eine Junge fotografiert die Landschaft
Smartphones Kinder hinter die Kamera: ja, bitte!

Einleitung

Kinder machen nur allzu gerne ihre Eltern nach. Sitzt Mama oder Papa am Steuer, dann wird auf dem Kindersitz fleißig mitgelenkt. Den gleichen Effekt erzielen Eltern mit ihrer Kamera. Das Motiv auswählen, den Auslöser drücken, das schnappende Geräusch und schließlich das Ergebnis auf dem Display bestaunen – welches Kind möchte da nicht selbst hinter die Linse?

Erwachsene neigen dazu, Kindern einfach ein Kamera-Handy auszuleihen und sie damit "rumknipsen" zu lassen. Den Ergebnissen wird aber leider selten Beachtung geschenkt. Das ist schade. Beim Fotografieren, ähnlich wie beim Musizieren oder Malen, lässt sich die Kreativität von Kindern optimal fördern. Insbesondere die Urlaubszeit ist ideal dafür geeignet: Strände, Berge, Freibad, Wälder liefern tolle Motive für die ersten Fotoerfahrungen.

Bevor es losgeht, sind noch ein paar Fragen zu klären:

Wie weit ist die Feinmotorik meines Kindes entwickelt?

Um die Knöpfe einer Kamera zu bedienen, sollte schon eine gewisse Feinmotorik vorhanden sein. Anhand der Fähigkeit schreiben oder malen zu können lässt sich dies gut erkennen. Aber man kann sich täuschen. Manchem Kind scheint die Bedienung der Kamera vertrauter als das Schreiben mit dem Stift. Der tägliche Umgang mit Handy, Fernbedienung oder Tablet-PC tut dabei sein Übriges.

Darf mein Kind eine eigene Kamera haben?

Wir empfehlen: ja! Das Gefühl, selber für ein Gerät verantwortlich zu sein, steigert ungemein die Motivation ihres Kindes. Sie sollten sicher sein, dass ihr Kind den Wert von Dingen bereits zu schätzen weiß und sorgfältig mit Kleidung, Spielzeug und Schulzeug umgeht. Ansonsten ist von einer eigenen Kamera abzuraten. Die erste Kamera muss kein Neugerät sein, gebrauchte Digitalkameras finden sie schon für unter 50 Euro im Internet. Auch ein ausrangiertes Handy – sofern es sich um ein Kamera-Handy handelt – reicht für erste Fotoerfahrungen völlig aus.

Darf mein Kind alleine fotografieren?

Sofern Sie ihrem Kind erklärt haben, dass es nicht ungefragt andere Personen fotografieren darf, kann es alleine fotografieren. Schöner ist es allerdings, wenn Sie ein richtiges "Shooting" organisieren. Möglich wäre eine Fotosafari im heimischen Zoo oder auf dem Waldlehrpfad. Sie können ihre Tochter oder ihren Sohn auch als "Starfotograf" auf der Familienfeier einspannen. Weitere kreative Vorschläge wären eine heimische Modeschau oder eine Fotoreportage über das Hobbie (Musizieren, Basteln, Sportart, etc.) eines Freundes. Angenommen ein Kumpel spielt Schlagzeug, dann könnte ihr Kind Nah- und Detailaufnahmen vom Musiker und seinem Instrument anfertigen. 

Zwei Tipps, wenn Sie auf einen sorgfältigen Umgang mit der Kamera Wert legen: Erklären Sie ihrem Kind, dass es immer die Handschlaufe der Kamera umlegen soll und dass es niemals auf die Linse fassen darf.

Können die Bilder in die falschen Hände geraten?

Wenn Kinder mit dem Internet-fähigen Handy fotografieren, ist die Versuchung groß, eigene Portrait- und Ganzkörper-Aufnahmen über Facebook, Whatsapp oder Instagram zu verschicken. Sind die Fotos erst mal im Netz, können diese kopiert, bearbeitet und weitergeleitet werden. Zwar wird ihr Kind Ihnen sagen, dass nur seine besten Freunde die Bilder sehen können. Erklären Sie ihm aber, dass sich auch "beste Freunde" mal einen Spaß erlauben können. Speziell Bilder in Bikini oder Badehose haben auf Sozialen Netzwerken nichts verloren. Zu hoch ist die Gefahr, dass die Bilder auf zwielichtigen Seiten landen. Digitale Bilder können außerdem bei Mobbing dazu verwendet werden, um ein Opfer bloßzustellen. Legen Sie deshalb Wert darauf, dass ihr Kind einen guten "Riecher" für Intimsphäre und Privatheit entwickelt.

Wie kann ich meinem Kind den Umgang mit der Kamera erklären?

Kinder sind Meister im Ausprobieren. Stellen sie das Gerät auf den Automatik-Modus und lassen Sie sich von der Kreativität ihres Kindes überraschen. Zeigen Sie ihm noch, wie man den Zoom betätigt und wo man die Kamera wieder ausschaltet. Reden Sie aber am Anfang so wenig wie möglich rein. Ihr Kind soll sich bei der Auswahl des Motives konzentrieren können. Nach wiederholten Versuchen können Sie anfangen, Tipps zu geben und ihm weitere Funktionen wie die Belichtungszeit oder Farbeffekte  erklären.

Weitere Tipps:

  • Nicht die Linse mit dem Finger bedecken.
  • Nicht wackeln bei der Aufnahme.
  • Breitbeinig hinstellen.

Was tun mit den Ergebnissen?

Nach dem Fotografieren geht der kreative Prozess erst richtig los: Nachbearbeiten, Ausdrucken, Ausschneiden, Kollagen, Fotoalbum basteln, T-Shirts oder Kalender machen lassen – dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. 

Anstatt sich die besten Bilder abschließend am PC anzuschauen, macht es viel mehr Spaß, eine Vorführung zu organisieren. Machen Sie die Rollläden runter, holen Sie sich was zu knabbern und schauen Sie als Familie die Bilder mit dem Beamer oder dem Fernseher an. 

Um die Knipserfolge langfristig festzuhalten, können Sie ihrem Kind ein eigenes Fotoalbum schenken. Hier dürfen sie die besten Aufnahmen einkleben sowie mit Datum und Ort dokumentieren.

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