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Video-On-Demand

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Video-On-Demand Video-On-Demand-Anbieter, wie Maxdome, Netflix oder Amazon verfügen über unzählige Kinder-Sendungen.

Fernsehen 2.0: wie Video-On-Demand-Dienste unser Fernsehverhalten verändern

Bei "VideoOnDemand" kur VoD kommen Zuschauer für eine Monatsgebühr zwischen 8 und 10 Euro in den Genuss von Tausenden von Filmen und Fernsehserien, die jederzeit abgerufen werden können. Die wichtigsten Aspekte zu den sogenannten Video-On-Demand-Diensten haben wir für Sie zusammengefasst.

Zur Videothek laufen war gestern, SmartTV ist heute. SmartTV bedeutet, dass aktuelle Fernseh-Geräte neben einem Anschluss ans Kabel-Signal auch über einen Internet-Anschluss verfügen. Über eine interaktive Benutzeroberfläche gelangt man mit den Geräten auf zahlreiche Videoangebote im Internet, wie youtube, vimeo oder die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender.

Besonders ideal ist SmartTV für diejenigen, die zeitunabhängig Filme oder Serien anschauen wollen. Per Video-On-Demand (VoD) erschließt sich ein riesiges Programm-Angebot. Gegen Bezahlung einer Einmal-, Monats- oder Jahresgebühr schaut man topaktuelle Hollywood-Filme und angesagte US-Serien zu einem vergleichbar geringen Preis. Bereits ab 50 Euro lässt sich ein VoD-Jahres-Abonnement abschließen, was finanziell einem Familien-Ausflug ins Kino entsprechen würde. Je nach VoD-Anbieter stehen einem 10 bis 60 Tausend Filme und Serien zur Auswahl. Die große Auswahl macht mittlerweile auch Videotheken unnötig, die durch das Film-Angebot im Internet vom Aussterben bedroht sind.

Auch das herkömmliche Fernsehen muss sich um seine Marktanteile Sorgen machen. Globale Medienunternehmen wie Amazon, Netflix oder die ProSiebenSat.1 Media AG versuchen mit unterschiedlichen Angebotsformen Kunden vom werbefinanzierten Free-TV wegzulocken. Eine eigens von Maxdome, dem Marktführer in Deutschland, herausgegebene Studie will belegen, dass immer mehr deutsche Fernsehzuschauer nach Feierabend ihren Durst nach Unterhaltung lieber per VoD stillen. Zu groß ist der Wunsch der Zuschauer, selber den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem ein Film startet und auf Werbung verzichten zu können. Gerade Serien-Fans profitieren davon, ihre gewünschte Folge zur beliebigen Zeit anschauen zu können. Dies führt sogar soweit, dass ganze Staffeln in einem Rutsch beim sogenannten "Binge Watching" konsumiert werden.

Der Umgang mit internetfähigen TV-Geräten hat trotz seines Komforts auch Konsequenzen für Eltern gerade jüngerer Kinder. Galt es bislang "den PC kindersicher zu machen", so trifft dies neuerdings auch auf die TV-Geräte zu. Wer verhindern will, dass der Nachwuchs mit der eingebauten Internet-Oberfläche auf problematische Inhalte gelangt, für den ist guter Rat teuer. Zwar verfügen viele aktuelle TV-Geräte und SmartTV-Lösungen über eine eingebaute Kindersicherung. Teilweise wird aber bemängelt, dass diese gerade bei älteren Geräten nicht ihren Zweck erfüllt oder schnell auszuhebeln ist. Einige Eltern wünschen sich nämlich, per Kindersicherung den Fernseher komplett sperren zu können, was so leider oft nicht funktioniert. Auch kursieren im Internet zahlreiche Anleitungen wie die Kindersperre mit Tastenkombinationen oder General-PINs ausgehebelt werden kann.

Für Eltern gilt es daher

  • sich über Jugendschutzeinstellungen des Geräts ausführlich in der Bedienungsanleitung zu informieren,
  • die entsprechenden Einstellungen vorzunehmen,
  • den Zugriff auf Erwachsene-Programme zu sperren,
  • bei Smart-TVs den Internet-Zugang zu sperren (bzw. mit Zugangscode zu sichern),
  • und den Sperrcode an einem sicheren Ort aufzubewahren.

So funktioniert die Kindersicherung beispielsweise bei Technisat-Geräten:

Auch VoD-Dienste wie Netflix oder Maxdome verfügen über Jugendschutz-Funktionen. Lesen Sie, wie diese einzustellen sind:

Im Familien-Alltag kann ein zielgerichteter Einsatz von VoD aber auch Vorteile bringen. Hat man früher noch Gute-Nacht-Rituale wie das Sandmännchen zeitlich am Fernsehprogramm ausgerichtet, so verschafft der flexible Abruf von Videos mehr Freiräume. Wer Kinder unabhängig vom Fernsehprogramm ins Bett bringen will, kann beispielsweise festlegen, dass maximal eine Sandmann-Folge vor dem Schlafengehen angeschaut werden darf. Erleichtert wird dies dadurch, dass Sie sich auf der VoD-Benutzeroberfläche bereits gesehene Filme und Folgen anzeigen lassen können.

Eltern sind gut beraten, für Kinder genaue Fernseh-Zeiten festzulegen oder Wochen-Zeit-Budgets zu vergeben. Das Festlegen von solchen Regeln kann durch Video-On-Demand erleichtert werden. Wenn bislang das Aufstellen von Medienzeiten wie z. B. "5 Stunden Fernsehen pro Woche" daran scheiterte, dass bestimmte Fernseh-Programme doch mal länger dauerten, kann dies durch Vorgaben wie "maximal 3 Folgen einer Serie pro Woche" oder "max. 1 Film pro Woche" konkretisiert werden. Dies schafft mehr Transparenz bei der Mediennutzung der Kinder und lehrt diese, ihren eigenen Fernsehkonsum besser einzuschätzen. Insbesondere jüngere Kinder verarbeiten Filme und Sendungen besser, wenn sie diese mehrmals anschauen dürfen. Dies ist, wie auch das Pausieren oder Zurückspulen eines Programmes, mit VoD kein Problem mehr.

Ein weiterer Vorteil des VoD-Angebotes ist, dass nicht wie beim Free-TV-Programm ständig Werbung eingeblendet wird. Dennoch sollten Eltern gerader älterer Kinder im Auge behalten, wie lange und welche Programme per VoD angeschaut werden. Dabei helfen die bereits erwähnten Familienregeln genauso wie das Anbieten geeigneter Alternativen, wie Bücher, Sportaktivitäten, etc.

Für Lehrkräfte und Erziehende, die sich des Themas annehmen wollen, sind folgende Online-Artikel und Publikationen empfehlenswert:

Regeln für die Familie

Gewalt in den Medien – ein Ratgeber für Eltern (Mediaculture-Online)

Fernsehen – ein Ratgeber für Eltern (Mediaculture-Online)

Elternratgeber "Medien aber sicher" als PDF (Landesmedienzentrum Baden-Württemberg)

Fragen & Antworten - Unsere FAQ's für Eltern

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