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Streaming, Smart-TV, Video-On-Demand? Wie Eltern mit dem Fernsehen aus dem Internet umgehen können

Streaming, Smart-TV, Video-On-Demand? Wie Eltern mit dem Fernsehen aus dem Internet umgehen können

Vater, Mutter und ihre beiden Töchter sitzen auf der Couch beim Fernsehen.
Video-On-Demand Anbieter, wie Maxdome, Netflix oder Amazon verfügen über unzählige Kinder-Sendungen.

Fernsehen 2.0: wie Video-On-Demand-Dienste unser Fernsehverhalten verändern

Bei "VideoOnDemand", kurz VoD, kommen Zuschauer für eine Monatsgebühr zwischen 8 und 10 Euro in den Genuss von Tausenden von Filmen und Fernsehserien, die jederzeit abgerufen werden können. Die wichtigsten Aspekte zu den sogenannten Video-On-Demand-Diensten haben wir für Sie zusammengefasst.

Was ist Video-on-Demand und können Smart-TVs?

Zur Videothek laufen war gestern, SmartTV ist heute. SmartTV bedeutet, dass aktuelle Fernseh-Geräte neben einem Anschluss ans Kabel-Signal auch über einen Internet-Anschluss verfügen. Über eine interaktive Benutzeroberfläche gelangt man mit den Geräten auf zahlreiche Videoangebote im Internet, wie youtube, vimeo oder die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender.

Besonders ideal ist SmartTV für diejenigen, die zeitunabhängig Filme oder Serien anschauen wollen. Per Video-On-Demand (VoD) erschließt sich ein riesiges Programm-Angebot. Gegen Bezahlung einer Einmal-, Monats- oder Jahresgebühr schaut man topaktuelle Hollywood-Filme und angesagte US-Serien zu einem vergleichbar geringen Preis. Bereits ab 70 Euro lässt sich ein VoD-Jahres-Abonnement abschließen, was finanziell einem Familien-Ausflug am Wochenende ins Kino entspricht. Je nach VoD-Anbieter stehen einem 10 bis 60 Tausend Filme und Serien zur Auswahl.

Bereits seit 2013 muss sich das herkömmliche Fernsehen um seine Marktanteile Sorgen machen. Globale Medienunternehmen wie Amazon, Netflix oder die ProSiebenSat.1 Media AG versuchen, mit unterschiedlichen Angebotsformen Kunden vom werbefinanzierten Free-TV wegzulocken. Mittlerweile schaut sich jeder vierte Deutsche, der das Internet nutzt, täglich Sendungen per Video-on-Demand an. Laut Zahlen von 2019 nutzt in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren sogar über ein Drittel die Streamingdienste täglich. Gerade Serien-Fans profitieren davon, ihre gewünschte Folge zur beliebigen Zeit anschauen zu können. Dies führt sogar so weit, dass ganze Staffeln in einem Rutsch beim sogenannten "Binge Watching" konsumiert werden.

Wie kann man Smart-TVs kindersicher machen?

Der Umgang mit internetfähigen TV-Geräten hat trotz seines Komforts auch Konsequenzen für Eltern gerade jüngerer Kinder. Galt es bislang "den PC kindersicher zu machen", so trifft dies neuerdings auch auf die TV-Geräte zu. Diese haben mittlerweile unzählige Funktionen an Board, mit denen Kinder Zugriff auf ungewollte Inhalte erhalten können:

  • eingebaute Web-Browser
  • Apps, wie YouTube, Google Play, Netflix, AppleTV
  • Verbindung zum Smartphone per WLAN
  • Airplay für die Verbindung von Apple-Geräten
  • Sprach-Assistenten wie Alexa oder Google Assistant

Die wichtigsten Schritte sind bei der Inbetriebnahme eines smarten Fernsehers:

  • die Standard-PIN-Nummer 0000 abändern
  • für das Alter ihres Kindes die Altersfreigaben einstellen
  • ungeeignete Apps sperren
  • die Bildschirmzeit einstellen
  • wenn einzelne Apps wie Netflix erlaubt sind, sollte bei jeder die Jugendschutzeinstellungen aktiviert werden

Eine genaue Anleitunge finden Eltern auf www.medien-kindersicher.de. Bei manchen Herstellern können Kinder ohne Freigabe durch die Eltern - durch einen Entsperr-Code - überhaupt nicht fernsehen. Technische Maßnahmen alleine reichen aber nicht aus: Zu groß ist die Gefahr, dass Kinder sich die PIN-Nummer merken, heimlich fernsehen oder anderweitig ihre Neugier stillen. Idealweise werden die Regeln zum Fernseh-Konsum im Familien-eigenen Mediennutzungsvertrag festgehalten.

So funktioniert die Kindersicherung beispielsweise bei Metz-Geräten:

Um das Video sehen zu können, müssen Sie der Übertragung der Daten an YouTube zustimmen. Dadurch werden Informationen an YouTube übermittelt und unter Umständen dort gespeichert. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit anpassen.

Auch VoD-Dienste wie Netflix oder Maxdome verfügen über Jugendschutz-Funktionen. Lesen Sie, wie diese einzustellen sind:

Was sind die Vorteile von Video on Demand?

Im Familien-Alltag kann ein zielgerichteter Einsatz von VoD aber auch Vorteile bringen. Hat man früher noch Gute-Nacht-Rituale wie das Sandmännchen zeitlich am Fernsehprogramm ausgerichtet, so verschafft der flexible Abruf von Videos mehr Freiräume. Wer Kinder unabhängig vom Fernsehprogramm ins Bett bringen will, kann beispielsweise festlegen, dass maximal eine Sandmann-Folge vor dem Schlafengehen angeschaut werden darf. Erleichtert wird dies dadurch, dass Sie sich auf der VoD-Benutzeroberfläche bereits gesehene Filme und Folgen anzeigen lassen können.

Feste Budgets vom Folgen oder Sendungen vermeiden Streit

Eltern sind gut beraten, für Kinder genaue Fernseh-Zeiten festzulegen oder Wochen-Zeit-Budgets zu vergeben. Das Festlegen von solchen Regeln kann durch Video-On-Demand erleichtert werden. Wenn bislang das Aufstellen von Medienzeiten wie z. B. "5 Stunden Fernsehen pro Woche" daran scheiterte, dass bestimmte Fernseh-Programme doch mal länger dauerten, kann dies durch Vorgaben wie "maximal 3 Folgen einer Serie pro Woche" oder "max. 1 Film pro Woche" konkretisiert werden. Dies schafft mehr Transparenz bei der Mediennutzung der Kinder und lehrt diese, ihren eigenen Fernsehkonsum besser einzuschätzen. Insbesondere jüngere Kinder verarbeiten Filme und Sendungen besser, wenn sie diese mehrmals anschauen dürfen. Dies ist, wie auch das Pausieren oder Zurückspulen eines Programmes, mit VoD kein Problem mehr.

VoD sorgt für Werbe-freie Zeit

Ein weiterer Vorteil des VoD-Angebotes ist, dass nicht wie beim Free-TV-Programm ständig Werbung eingeblendet wird. Dennoch sollten Eltern gerader älterer Kinder im Auge behalten, wie lange und welche Programme per VoD angeschaut werden. Dabei helfen die bereits erwähnten Familienregeln genauso wie das Anbieten geeigneter Alternativen, wie Bücher, Sportaktivitäten, etc.

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