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Pressemitteilung

Ergebnis vom Berliner medien impuls von FSF und FSM: mehr Medienkompetenz, aber kein "Reinheitsgebot"

29.11.2013

Der Berliner medien impuls von FSF und FSM brachte am 28. November nach intensivem Diskurs das einmütige Ergebnis: Notwendig sind weniger starre Regulierung und viel mehr Bildung – einerseits in der Schule, aber auch durch medienpädagogische Onlineangebote. 

Um die Zielgruppen direkt zu erreichen, biete das Netz "die besten Tools aller Zeiten", sagte Markus Hündgen von der Web Video Academy. Den Bedarf dafür erkennt auch der junge erfolgreiche Podcaster Philipp Riederle, der gerade sein Abitur hinter sich "und in zwölf Jahren Schule nichts über Medien gelernt" hat: "Medienkompetenz braucht es dringend." So souverän junge Leute mit den Angeboten umgingen, so ausgeprägt sei ihr eigenes Schutzbedürfnis, stellte FSF-Geschäftsführer Professor Joachim von Gottberg fest: "Jugendliche selbst wären bei Altersfreigaben oft strenger als die FSK." Eine große "Ambivalenz zwischen Autonomieanspruch und Schutzbedürfnissen" konstatierte <acronym title="Doktor">Dr.</acronym> Ulrike Wagner vom Münchener JFF-Institut für Medienpädagogik bei der Vorstellung ihrer Konvergenzstudie zum Internet als Rezeptions- und Präsentationsplattform. Sie warnte vor drohendem Kontrollverlust in vernetzten Öffentlichkeiten, zumal Heranwachsende auf ihre eigene Selbstdarstellung im Netz inzwischen kaum noch verzichten könnten. Um Sozialprestige zu gewinnen, gebe es hier geradezu einen "Zwang zum Friending", bestätigte Matthias Rohrer vom Institut für Jugendkulturforschung Wien: "Jugendliche sind zugleich Regisseure und Darsteller ihrer Lebensgeschichte." Freilich sieht Rohrer die meisten jungen User "überfordert durch Verdichtung und Beschleunigung von Information".  Bildung und Medienbildung gehörten untrennbar zusammen, folgerte Professor Franz Josef Röll von der Hochschule Darmstadt, der die Zukunft als fließende Eigendynamik von Systemen sieht, die niemand mehr beherrschen könne: "Vergessen Sie Copyright!" Angesichts der rasanten Medienentwicklung habe die klassische Rundfunkregulierung zwar an Bedeutung verloren, sagte Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung. Man müsse sich vom "Reinheitsgebot im Jugendschutz" verabschieden, doch umso wichtiger sei das Verhandeln von Werten: "Das Mitspielen im ökonomischen System ist keine echte Partizipation." Es gehe vielmehr um eigene Urteilsfähigkeit und Persönlichkeitsbildung.

Im Internet: http://www.fsf.de