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Pressemitteilung

101 Schulen: Gegen Rechts im Netz

17.07.2013

Rechtsextreme Strömungen kennen viele Wege, um neue Mitglieder zu werben und ihr Gedankengut zu verbreiten. Einer davon ist das Internet. Wie sich junge Leute vor extremer Propaganda im Netz wehren können, erfahren Schüler des Reutlinger Gymnasiums Bildungszentrum Nord (BZN) anlässlich eines Präventionstages gegen Rechts am 22. Juli 2013. Im Programm 101 Schulen organisiert das Landesmedienzentrum im Rahmen der Initiative Kindermedienland Baden‐Württemberg Workshops zum Thema „Rechtsextremismus im Netz“.  Finanzminister Dr. Nils Schmid ist Pate des Präventionstages und wird bei der Veranstaltung vor Ort sein.

Während rechtsextreme Organisationen bei Auftritten in der Öffentlichkeit schnell Gegenprotest auslösen, klicken gerade Jugendliche in sozialen Netzwerken häufig auf den „Gefällt mir“‐Button oder teilen Videos ohne zu wissen, dass sie damit rechtsextreme Propaganda verbreiten. So werden soziale Netzwerke und Videoportale von Rechtsextremen gezielt genutzt, um sich untereinander zu vernetzen und um neue Unterstützer zu werben.

„Die fremdenfeindlichen, rassistischen oder nationalsozialistischen Botschaften verstecken sich zum Beispiel hinter Themen wie Tierschutz oder Familie, die  Jugendliche interessieren und emotionalisieren“, erklären die Referenten Aytekin Celik und Christian Schmidt des Landesmedienzentrums Baden‐Württemberg (LMZ). Gemeinsam mit ihnen decken die Schüler in den Workshops diese Strategien auf und erfahren, wie man sich gegen extreme Propaganda im Netz wehren kann. Darüber hinaus lernen sie, wie man vermeintlich harmlose Facebook‐Seiten oder Musik‐Clips als Propaganda enttarnt.

Medienkompetenz und zivilgesellschaftliches Engagement gehen Hand in Hand

Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums Baden‐Württemberg, betont die Bedeutung dieses Themas für den Jugendmedienschutz: „Genau hinzuschauen, wer hinter einer Aussage im Netz steht, nicht blindlings weiterverbreiten, was vielen ‚gefällt‘ und wissen, dass auch im Netz nicht alles erlaubt ist – das sind Grundlagen der Medienkompetenz. Beim Thema Rechtsextremismus im Netz gehen Medienkompetenz, politische Meinungsbildung und zivilgesellschaftliches Engagement Hand in Hand.“


Deshalb ist es wichtig, dass Jugendliche über die Ideologie der Neonazis aufgeklärt werden, um deren Codes und Symbole zu erkennen. Gemeinsam will man argumentative und praktische Handlungsmöglichkeiten gegen Rechtsextremismus erarbeiten. „Ich begrüße die Initiative des BZN ausdrücklich und freue mich sehr, das Engagement der Schule im Rahmen von 101 Schulen unterstützen zu können“, ergänzt Kraft.

Kultureller Austausch mit afrikanischen Partnerschulen

Neben den Workshops lernen die Schüler durch Tanz, Musik und Film andere Kulturen kennen. Aus Südafrika sind derzeit Schüler der Partnerschule in Kwazulu‐Natal, der Partnerregion Baden‐Württembergs, zu Gast. Für die Partnerschule in Bouaké an der Elfenbeinküste findet am Aktionstag außerdem ein Spendenlauf statt. Paten der Aktion sind Dr. Nils Schmid, Minister für Finanzen und Wirtschaft, und Marius Broening, Leichtathlet der LAV Tübingen. Mit dem Präventionstag wird die Schule Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, dem bereits über 1.200 Schulen in ganz Deutschland angehören.


Das LMZ bietet gemeinsam mit den Stadt‐ und Kreismedienzentren im Rahmen des Programms 101 Schulen zahlreiche Veranstaltungen für Lehrkräfte, Eltern und Schüler im ganzen Land an, die sich mit Themen des pädagogischen Jugendmedienschutzes beschäftigen. 101 Schulen ist ein Programm des Kindermedienlands Baden‐Württemberg der Landesregierung. Das Kindermedienland ist eine Initiative zur Stärkung der IT‐ und Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen, Eltern und anderen Verantwortlichen in Baden‐Württemberg. Ziel ist es, die zahlreichen im Land vorhandenen Protagonisten, Projekte und Maßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu bündeln, zu vernetzen, sichtbarer zu machen und – wo noch erforderlich – weiterzuentwickeln.


Mehr Informationen zum Thema unter www.mediaculture‐online.de und
www.kindermedienland‐bw.de