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WhatsApp – Was tun bei Mobbing?

WhatsApp – Was tun bei Mobbing?

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Smartphones Wohin wenden, wenn gelästert wird? WhatsApp hat keine Melden-Funtion.

Bei WhatsApp kommen neugierige Menschen schnell auf ihre Kosten. Wer gerne von einer neuen Bekanntschaft ein aktuelles Foto sehen möchte, vergewissert sich ob der oder die Betreffende auf WhatsApp angemeldet ist. Bei über 37 Millionen angemeldeten Usern in Deutschland ist die Trefferquote ziemlich hoch. Auch ohne die Erlaubnis der Bekanntschaft einzuholen, erhält man ein Miniaturbild sowie die aktuelle Statusmeldung – sofern der Betreffende das in seinen Einstellungen erlaubt hat.

WhatsApp will die Kontaktaufnahme so leicht wie möglich gestalten und verzichtet deshalb auf Bestätigungen von Kontaktanfragen. Die einfache Kontaktaufnahme haben sich besonders Jugendliche zu Eigen gemacht. Anstatt das Taschengeld für teure SMS auszugeben wird jetzt auf WhatsApp munter gechattet. Um die Kommunikation effizienter zu gestalten, nutzen sie die Gruppen-Funktion. Schulklassen richten kurzerhand einen virtuellen Chatraum ein, in dem alles klassenrelevante besprochen wird.

Wenn Schul-WhatsApp-Gruppen zu Hass-Gruppen werden

Leider verkommen einige dieser Schul-WhatsApp-Gruppen zu Hass-Gruppen, auf denen über Außenseiter hergezogen wird. Besonders fatal an WhatsApp ist, dass man fiese Beiträge nicht melden oder entfernen lassen kann. Eine Bitte an den Administrator einer Gruppe, den Mobber aus der Gruppe zu entfernen, kann sich schwierig gestalten – vor allem wenn dieser zu den Mobbern gehört.

Oft bleibt der gemobbten Person nichts anderes übrig, als die Gruppe zu verlassen und einzelne User zu blockieren. Blockieren bedeutet aber bei WhatsApp nicht, dass der Kontakt vollständig abgebrochen wird. Blockieren heißt lediglich, dass einem die geblockte Person nicht mehr schreiben kann. Falls man vorhat, gegen die mobbenden Personen rechtlich vorzugehen, sollte man seinen Account nicht löschen. Die Beweismittel würden nämlich so verloren gehen.

Mobbing via WhatsApp – was tun?

  • Ruhe bewahren: nicht antworten
  • Beweise sichern, Screenshots anfertigen (iPhone: Home- & Standbye-Taste gedrückt halten, Android: Home- & Lautstärke leiser-Taste gedrückt halten)
  • Kontakt sperren
  • Vertrauensperson miteinbeziehen
  • Daten löschen

WhatsApp erst ab 16 – eine rechtliche Absicherung?

Theoretisch dürften Jugendliche unter 13 Jahren WhatsApp gar nicht benutzen. So steht es zumindest in den Nutzungsbedingungen: “Du musst mindestens 13 Jahre alt sein, um unsere Dienste zu nutzen (bzw. so alt, wie es in deinem Land erforderlich ist, damit du berechtigt bist, unsere Dienste ohne elterliche Zustimmung zu nutzen)". Ironischerweise kann sich jeder ohne Altersabfrage die App auf www.whatsapp.com herunterladen und installieren. Besorgten Eltern bleibt nichts anderes übrig, als mit Kinderschutz-Software und Sperren der Messenger-App dagegen vorzugehen.

Auf lange Sicht schaffen technische Lösungen keine Abhilfe gegen unsoziales Verhalten auf WhatsApp. Zu hoch ist die Gefahr, dass die Jugendlichen einfach auf anderen Plattformen weitermachen. Die Auswahl an Chatplattformen, die von Kindern elternunabhängig genutzt werden, ist riesig. Ask.fm, snapchat oder instagram haben unter Jugendlichen fast eine ebenso hohe Verbreitung wie WhatsApp. Unsoziales Verhalten hier ist aber genauso verbreitet: August 2013 wurde in den Medien ausführlich über Selbstmorde nach Mobbing-Attacken auf der Plattform ask.fm berichtet.

Umfangreiche Maßnahmen gegen Cybermobbing

Die Herausforderungen an die Erziehenden sind groß. Das Kindermedienland Baden-Württemberg bietet deshalb zum Thema "Cybermobbing" umfangreiche Maßnahmen an. Interessierte Schulen können über unser Programm "101 Schulen" Workshops zum Thema "Cybermobbing" organisieren.  

Für nachhaltige Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern bieten wir das Programm "SMEP Jugendmedienschutz" an. In 20 Stunden werden Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren zu Schüler-Medienmentoren ("Smeppern") ausgebildet. Hierbei werden sie ausführlich zum Thema "Cybermobbing" geschult. Danach sind sie in der Lage, ihr Wissen an Jüngere weiterzugeben.  

In unserer Eltern-Arbeit sensibilisieren wir Eltern zum Thema Cybermobbing. Im Eltern-Medienmentoren-Programm werden Eltern an zwei Tagen zu Medienmentoren ausgebildet.  

Wer das Thema "Cybermobbing" im Unterricht oder Elternabenden thematisieren möchte, erhält bei der medienpädagogischen Beratungsstelle des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg tatkräftige Unterstützung:  

Tel: 0711- 2850-777, E-Mail: beratungsstelle@lmz-bw.de

Für Lehrkräfte und Erziehende, die sich dem Thema annehmen wollen, sind folgende Publikationen empfehlenswert: 

klicksafe-Zusatzmodul 1: Was tun bei Cyber-Mobbing?

Cybermobbing auf einem Blick - Handreichung (Mekonet)

Spielregeln im Internet - Durchblicken im Rechte-Dschungel (iright.info)

Leitfaden "Medienkompetenz" - Tipps zum sicheren Umgang mit digitalen Medien (zhaw.ch)

selbst & bewusst - Tipps für den persönlichen Datenschutz bei Facebook (datenschutz-hamburg.de)

Broschüre "Digitale Gewalt" (frauennotruf-frankfurt.de)

Zum Umgang mit  Bullying und Cyberbullying in der Schule (Bundesland Bremen)

Elternratgeber "Medien aber sicher" (Landesmedienzentrum Baden-Württemberg)

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