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Hörspiele im Wandel

Hörspiele im zeitlichen Wandel

Hörspiele Schallplatte, Kassette, Compact Disc, MP3 – wo die Reise noch hingeht?

Die Entwicklung der (Hörspiel-)Medien: Vom Radio zu MP3

Die Hörspiel-Kultur begann Anfang des 20. Jahrhunderts mit den sogenannten Hörfunk-Spielen. Gab es zu dieser Zeit noch kaum Hörmedien, die sich explizit an Kinder richteten, entwickelte sich bis in die 1970er Jahre eine eigene Nische für Kinder-Hörbücher. Anfangs existierte das recht überschaubare Hörmedien-Angebot lediglich auf Schallplatten, welche für jüngere Kinder alles andere als einfach zu bedienen waren.

Törööö! – wie Hörspiele auf die Kassette kamen

Mit zunehmender Verbreitung der Tonband-Kassetten kam gegen Ende der 70er Jahre eine neue Hörspiel-Kultur für Kinder auf. Der bis heute bekannte Klassiker „Benjamin Blümchen“ hatte 1977 seine Geburtsstunde. Tonband-Kassetten überzeugten durch ihr robustes Gehäuse und ihre kinderleichte Handhabung. Sie konnten den Kindern getrost ohne Aufsicht anvertraut werden und eigneten sich so als Einschlafhilfe. Ein weiterer Vorteil von Kassetten war, dass man die geliebten Hörspiele nicht nur bequem zu Hause abspielen konnte, sondern auch außerhalb der eigenen vier Wände. Ob im Auto oder über einen Walkman, die Lieblings-Kassette war seit den 80er Jahren stets ein treuer Gefährte auf Reisen.

Die 90er Jahre läuten das digitale Zeitalter ein: mit CDs und MP3s

Die Vermarktung von Hörspiel-Kassetten schritt kontinuierlich voran, und auch die Produktion von Kinder-Hörspielen nahm rasant zu. Zur Blütezeit der Kinderhörspiele wurden 1987/88 jährlich ca. 24 Millionen Tonträger verkauft. Der Erfolg von Videospielen und Gameboys in den 1990er Jahren ließ die Verkäufe dann zurückgehen. Als Nachfolger der Kassette eroberte in diesen Jahren die Compact Disk die Kinderzimmer. Compact Disks überzeugten wie die Kassetten durch ihre einfache Handhabung, waren aber anfälliger für Kratzer und Fettfinger. War anfänglich noch ein Discman notwendig, ließen sich die Hörspiele später in MP3-Dateien konvertieren, um sie dann auch unterwegs auf dem MP3-Player oder direkt auf dem Handy abzuspielen.

„Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen...“ – Hörspiele im Internet

Das Internet hat die Auswahl und die Verbreitung von Hörmedien grundlegend weiterentwickelt. Im Netz existiert ein nahezu unüberschaubares Sammelsurium an Hörmedien, welche entweder gestreamt, downgeloadet oder als App für Smartphones, Tablets, Laptops und Co. gekauft werden können. Aktuell findet man im Netz auf Anhieb mehr als 20 Download-Portale mit über 15.000 Titeln.

Grundsätzlich stieg mit der zunehmenden Vielfalt an Abspielgeräten auch der Umfang des Angebotes an Kinder-Hörmedien. Laut einer 2010 erschienenen Trendstudie erscheinen jährlich 2000 neue Kinder-Hörbuch-Titel auf dem Markt. Zu den erfolgreichsten Kinder-Hörspielen gehören heutzutage noch immer „Die Drei ???", „TKKG“ und die „Fünf Freunde“. Als eine der weltweit erfolgreichsten Hörspiel-Serien verkaufen „Die Drei ???“ jährlich über 1,5 Millionen Exemplare.

Fazit: Für alle Altersgruppen und Themengebiete existieren Hörspiele. Neben den typischen Kinderhörspielen findet man auch Psychothriller, Krimis oder Science-Fiction-Titel in reicher Auswahl. Eltern sollten sich daher kundig machen, ob ein Titel wirklich für das Kinderzimmer bzw. für das jeweilige Alter entsprechend ist.

Wer sich grundsätzlich erkundigen möchte, welche Hörspiele für Kinder geeignet sind, kann sich auf der Seite der Hochschule der Medien in Stuttgart umschauen. Hier findet man eine umfangreiche Auflistung von Hörspielen unter Angabe der empfohlenen Altersklassen. Aber auch die Empfehlungen der Ohrenspitzer Hörspieldatenbank „Töne für Kinder“ sind sehr informativ.  In Hinblick auf pädagogische und qualitative Kriterien bietet die Datenbank mit über 5000 Titeln einen Überblick über ausgewählte Hörspiele. Auch die Seite der „Stiftung Zuhören“ hält reichlich Material zum Thema Hörspiele und Zuhören bereit.

Mehr Informationen zur Geschichte des Hörspiels unter http://www.lmz-bw.de/medienbildung/medienpraxis/audio/hoerspielgeschichte.html 

Ein Beitrag von Christian Reinhold und Martina Kern

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