Diskutieren Sie mit bei der Frage, wie es mit dem Kindermedienland Baden-Württemberg weitergehen soll
Unter dem Dach des Kindermedienlandes Baden-Württemberg gingen 2010 zehn Projekte zur Stärkung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen an den Start. Die Projekte sind zeitlich befristet und laufen zum 31.12.2012 aus. Das Staatsministerium plant, dem Ministerrat im Sommer 2012 ein erstes Konzept zur Fortführung der Initiative vorzulegen. Dabei sollen bestehende Projekte des Kindemedienlandes evaluiert und daraufhin untersucht werden, ob sie ab 2013 flächendeckend in feste Unterstützungsstrukturen überführt werden können.
Bei den weiteren Überlegungen möchten wir Ihre Meinung und Ihren Erfahrungsschatz in die Debatte einbeziehen. Dazu setzen wir den Offline-Dialog aus der Podiumsdiskussion vom 19. Oktober 2011 auf dieser Seite virtuell fort und möchten die dort entwickelten Thesen mit Ihnen weiterdenken. Wir freuen uns auf Ihre Ideen und Anregungen!
Das Ergebnis der Beteiligung werden wir öffentlich diskutieren und nach Möglichkeit im Rahmen des Fortführungskonzeptes ab 2013 berücksichtigen.
These 1: „Medienpädagogische Fachkräfte“ und „Alltagscoaches“ sollen sich bei der Vermittlung von Medienkompetenz ergänzen

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion diskutierten teilweise kontrovers die Frage, ob ausschließlich medienpädagogisch ausgebildete Fachkräfte Medienkompetenz vermitteln oder ob genauso gut engagierte Bürgerinnen und Bürger ohne eine (formale) medienpädagogische Qualifizierung das Thema in der Fläche voranbringen sollten. Die Initiative Kindermedienland setzt bereits heute an beiden Hebeln an. Ausgebildete Medienpädagoginnen und -pädagogen geben in Workshops, Runden Tischen und Informationsveranstaltungen an Schulen oder in Familien Hilfestellung (u. a. Projekt „101 Schulen“). Um möglichst viele Eltern, Lehrkräfte sowie Kinder und Jugendliche mit unseren Angeboten zu erreichen, setzen wir daneben auch auf engagierte Bürgerinnen und Bürger, die als Medienmentoren für Medienthemen in ihrem persönlichen Umfeld sensibilisieren. Was denken Sie dazu? Schicken Sie uns Ihre Meinung an den digitalen Briefkasten!
These 2: Medienbildung und -erziehung müssen bereits im Kindergarten oder Grundschule ansetzen

Kinder sind besonders in den ersten Lebensjahren enorm lernfähig. Sie entdecken die Welt spielerisch, unvoreingenommen und sind voller Neugier auf Neues und Unbekanntes. Sie werden bereits früh mit einer großen medialen Vielfalt insbesondere in ihrem Elternhaus konfrontiert: Zum Beispiel, wenn Mama einen Teddybären online bestellt oder Papa in seinem iPhone neue Termine einträgt. Da Kinder neben dem Elternhaus auch im Kindergarten und in der Grundschule wichtige Kompetenzen erwerben, müssten nach Meinung einiger Teilnehmer der Podiumsdiskussion auch diese Institutionen gemeinsam mit dem Elternhaus die Kinder frühzeitig bei der Medienbildung unterstützen und kompetent begleiten. Frühkindliche Medienbildung war Themenschwerpunkt der diesjährigen Medienkompetenztage, die über die Kreis- und Stadtmedienzentren im Land in die Fläche getragen wird. Was halten Sie davon? Schicken Sie uns Ihre Meinung an den digitalen Briefkasten!
These 3: Die zielgerichtete Vermittlung von Medienkompetenz erfordert verbindliche Bildungsstandards an Kindergärten, Schulen und Hochschulen

In Baden-Württemberg ist die Förderung der Medienkompetenz im Orientierungsplan für Kindergärten bereits fest verankert. Auch in den Bildungsplänen der Schulen ist festgeschrieben, dass das Thema Medienkompetenz fächerintegrativ vermittelt wird. So sollen Medieneinsatz und -nutzung nicht losgelöst vom Inhalt, sondern fächerübergreifend und alltagstauglich vermittelt werden. In der Erzieher- und Lehrerausbildung können Seminare zur Medienbildung gewählt werden. Medienpädagogische Fragestellungen sind künftig Pflichtbestandteil der mündlichen Prüfungen für Lehramtsstudierende an den Pädagogischen Hochschulen. Teilweise werden diese Maßnahmen als unzureichend angesehen, um Medienbildung nachhaltig zu vermitteln.
In der Podiumsdiskussion sprachen sich daher einige Akteure dafür aus, Mindeststandards für eine mediale Grundbildung an den Kindergärten, Schulen, Hochschulen und den Pädagogischen Hochschulen verbindlich festzulegen. Durch die bisherigen – oftmals nicht verpflichtenden – Vorgaben und Empfehlungen gebe es in der praktischen Ausgestaltung vor Ort erhebliche Unterschiede, so dass die verlässliche Vermittlung einer Grundbildung für die Kinder, Jugendlichen und Studierenden nicht garantiert sei. Gleichzeitig wurde angemerkt, dass zu enge Detailvorgaben die Etablierung individueller Konzepte und Profile an den Schulen und Hochschulen vor Ort einschränken könnten. Wie denken Sie über diese Punkte? Senden Sie Ihre Ansichten an unseren digitalen Briefkasten!
These 4: Schulen als zentrale Bildungsorte sollten den Zugang zu neuen Medien eröffnen

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren sich einig, dass die soziale Herkunft keinen Einfluss auf die Bildungschancen des Einzelnen haben darf. Schulen als zentrale Bildungsorte müssten daher die Voraussetzungen dafür schaffen, um allen Kindern gleichen Zugang zu den digitalen Chancen zu ermöglichen. Gleichzeitig müssten Konzepte und Qualitätsstandards geschaffen werden, um digitale Medien sinnvoll und zielgerichtet nutzen zu können. Was Ist Ihre Meinung dazu? Teilen Sie uns Ihren Standpunkt über unseren digitalen Briefkasten mit!
These 5: Außerschulische Jugendarbeit soll Kindern und Jugendlichen ergänzende Zugangsmöglichkeiten beim Erwerb von Medienkompetenz bieten

Im Rahmen der Diskussion wurde festgestellt, dass einzelne Aspekte der Medienbildung an der Schule nicht oder nur unzureichend vermittelt werden könnten. Hier böten die Methoden und Ansätze der außerschulischen Jugendarbeit und -bildung die Möglichkeit, Kompetenzen spielerisch bzw. im Rahmen von Gruppenarbeit zu erwerben und das kreative Potenzial der Medien zu nutzen (bspw. das Projekt „CLOSE UP – Nah dran an Film und Medien“ des Kindermedienlandes). Die außerschulische Jugendarbeit sollte daher auch bei der künftigen Ausrichtung der Initiative Berücksichtigung finden und könnte verstärkt ihr Netzwerk einbringen. Teilen Sie diese Auffassung? Schreiben Sie an unseren digitalen Briefkasten!
These 6: Kindermedienland-bw.de soll als zentraler Anlaufpunkt für die Akteure und Einrichtungen in der Medienbildung etabliert werden

In Baden-Württemberg gibt es bereits ein sehr breites Spektrum an medienpädagogischen Aktivitäten auf lokaler, regionaler und Landesebene. Dazu zählen beispielsweise Medienkompetenzprojekte für Kinder und Jugendliche im außerschulischen Bereich, kreative Medienwerkstätten (Workshops, Medienhäuser etc.) sowie Informationsveranstaltungen und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Mit dem Internetportal www.kindermedienland-bw.de hat die Initiative eine Plattform geschaffen, um die zahlreichen Akteure und Einrichtungen in der Medienbildung für die Bürgerinnen und Bürger sichtbar zu machen. In der Podiumsdiskussion wurde angeregt, die im Medienbereich aktiven Einrichtungen und Akteure vor Ort noch besser zu vernetzen und deren Potenziale unter dem Dach des Kindermedienlandes effektiver zu nutzen. Helfen Sie uns mit Ideen und Anregungen dabei, die Bildungsnetzwerke vor Ort noch transparenter als bisher zu machen. Wie kann das Kindermedienland Baden-Württemberg den Netzwerkgedanken noch besser mit Leben füllen? Teilen Sie Ihre Ideen mit uns und schreiben Sie an unseren digitalen Briefkasten!
Weitere Anregungen oder Ideen können Sie uns hier übermitteln.
Die Aufzeichnungen der Veranstaltung am 19. Oktober 2011 finden Sie unter diesem Link.
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