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Pressemitteilung

Landesregierung setzt beim Safer Internet Day auf Medienkompetenz und Aufklärung

Anlässlich des Safer Internet Days meldete sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit einer Mahnung zu Wort: „Die Stärkung der Medienkompetenz ist angesichts aktueller Phänomene wie Hatespeech, Fake-News und Social Bots unabdingbar."
07.02.2017

"Auch im digitalen Zeitalter ist die freie politische Meinungsbildung und damit auch die offene Gesellschaft insgesamt Bedrohungen ausgesetzt, denen wir kraftvoll entgegentreten müssen." Diese Botschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellte Dr. Wolfgang Kreißig, Leiter des Medienreferats im Staatsministerium Baden-Württemberg heute bei der zentralen Veranstaltung der Landesregierung zum Safer Internet Day in den Mittelpunkt seiner Eröffnungsrede. Vor über 200 Gästen betonte Wolfgang Kreißig im Stuttgarter Haus der Wirtschaft, dass es der Landesregierung darauf ankomme, mit vielfältigen Maßnahmen entlang der Bildungskette möglichst allen Menschen in Baden-Württemberg eine Teilhabe an der digitalen Gesellschaft zu ermöglichen und Medienkompetenz breit zu fördern.

Die Fachtagung findet einmal im Jahr am Safer Internet Day im Rahmen der Initiative Kindermedienland statt. Sie ist die Auftaktveranstaltung zu weiteren regionalen Medienkompetenztagen im ganzen Land. Mit Vorträgen und praxisorientierten Foren will sie Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und Multiplikatoren bei ihren Erziehungs- und Bildungsaufgaben unterstützen.

Der Psychologe Georg Milzner hob in seinem Vortrag hervor: "Durch das hohe Tempo des Wandels werden viele Ängste heraufbeschworen, doch nur ein kleiner Teil davon ist bei näherem Hinsehen berechtigt". Deshalb betonte er: "Selbsterfahrung und kompetenter Austausch ist besser als Hysterie, wenn wir diesem Wandel gewachsen sein wollen".

Professor Harald Gapski stellte fest: "Mit der fortschreitenden Vernetzung, dem „Internet der Dinge“, den datengestützten Prognosen und immer leistungsfähigeren künstlichen Intelligenzen beginnt eine neue Phase der Digitalisierung unserer Gesellschaft". Er ging der Frage nach, wie Algorithmen künftig in unser aller Leben, in soziale, politische und wirtschaftliche Prozesse insgesamt eingreifen.

"YouTube ist mittlerweile ein zentraler Kanal, wenn es darum geht, dass Jugendliche sich Informationen besorgen, nach Unterhaltung oder Vorbildern suchen", betonte Markus Gerstmann in seinem Vortrag. Hier bestimmen Jugendliche das Programm und benutzen diese Plattform, um aus ihrem eigenen Leben zu berichten und zu sehen, was andere bewegt. Der YouTuber vermittele ein Bild vom Star zum Anfassen: der Star liebe alle Fans, sei wie die große Schwester oder Freundin, die alles macht, kann und darf und nur beiläufig für Konsumgüter wirbt. Authentizität und Nähe sei dabei nur ein Mittel, denn dahinter stehe ein System aus Management, Werbefirmen, Produkten und Künstleragenturen.

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) führt zusammen mit den rund 56 Stadt- und Kreismedienzentren in ganz Baden-Württemberg regionale Medienkompetenztage im Auftrag des Staatsministeriums Baden-Württemberg im Rahmen der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg durch. Die Auftaktveranstaltung findet alljährlich am Safer Internet Day statt.

Das Nachmittagsprogramm bot praxisorientierte Fachforen rund um die Bereiche Apps, Virtuelle Realität, Hatespeech und Cyberhetze sowie Datamining und Privatsphäre.

Die gesamte Veranstaltung wird in Kürze auf der Website der Initiative Kindermedienland dokumentiert: http://regionalemkt.kindermedienland-bw.de/de/startseite

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