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Bitte was?! Kontern gegen Fake und Hass

„BITTE WAS?! Kontern gegen Fake und Hass“

Am 23.9. fiel im StadtPalais Stuttgart der Startschuss für #RespektBW, ein Projekt der Landesregierung Baden-Württemberg. „Damit wollen wir ein klares Zeichen setzen gegen Hass und Hetze in den sozialen Netzwerken“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einer Video-Botschaft an das Publikum. Staatsministerin Theresa Schopper ergänzte: „Die Kampagne unter dem Motto ‚BitteWas?! Kontern gegen Fake und Hass‘ soll Kinder und Jugendliche aktivieren, für ein gutes gesellschaftliches Miteinander und einen respektvollen Umgang im Netz einzutreten“. An der Kick-off-Veranstaltung nahmen mehr als 140 Gäste, darunter zahlreiche Schülerinnen und Schüler, teil.

In einem kurzweiligen und informativen Programm spielten Poesie, Zauberei, Mutig-sein, Selbstbewusstsein und mögliche Handlungsstrategien gegen Hass und Fake eine tragende Rolle.

Poetry-Slammer Nektarios Vlachopoulos erzählte dem gebannten Publikum die Geschichte des kleinen Mannes, der unfreundliche, hasserfüllte Vorgänge in seinem Land „Internet“ beobachtet und sich nur eines fragen kann: „Bitte was?!“ Eines Tages wird es ihm zu viel und er beginnt, sich mit anderen zusammenzuschließen und dem Hass und der Radikalisierung etwas entgegenzusetzen. Nektarios Vlachopoulos appelliert an alle, die Hasskommentare im Netz mitbekommen: Lasst die Betroffenen nicht alleine, sondern unterstützt sie und bezieht Position.

Staatsministerin Theresa Schopper erläuterte die Ziele des Projekts #RespektBW: „Wir haben als Landesregierung erkannt, dass wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken müssen. Deshalb haben wir ressortübergreifend verschiedene Einzelprojekte ins Leben gerufen, bei denen #RespektBW ein wichtiger Baustein ist. Die Kampagne „Bitte Was?! Kontern gegen Fake und Hass“ soll Schülerinnen und Schüler bestärken, sich von Cybermobbing, Hass-Posts und Fake News nicht einschüchtern zu lassen. Vielmehr wollen wir Kinder und Jugendliche dazu ermutigen, sich eine eigene Haltung anzueignen und aktiv Stellung zu beziehen. Wir wünschen uns daher, dass viele Schulen im Land die Kampagne aktiv begleiten.“

Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin des SWR, hob hervor: „Die, die Hass verbreiten, sind total laut, sie machen anderen Angst. Wichtig ist, dass wir zeigen, dass wir mehr sind, dass wir uns trauen, raus zu gehen, unsere Meinung zu sagen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Wichtig ist auch, sich klar zu machen, dass man nicht alleine ist, dass man sich Hilfe und Unterstützung holen kann. Und ein Wort noch zu Fakes: Wir sind als Sender darauf angewiesen, dass Menschen den Unterschied zwischen Fakten und Unwahrheit erkennen. Dazu braucht es Medienkompetenz und wir wollen, dass möglichst viele medienkompetent werden und sich nichts vormachen lassen.

Karolin Schwarz, Journalistin, Faktencheckerin und Mitbegründerin der Plattform hoaxmap.org sprach vom „Grundrauschen“, zu dem Hass im Netz inzwischen geworden sei. „Gleichzeitig stellt das eine Gefahr für die Meinungsfreiheit dar, und dies obwohl die Hass-Verbreiter in der Minderheit sind. Es ist nur so, dass viele sich zurückziehen und nicht widersprechen und so entsteht der Eindruck als sei an den Äußerungen etwas Wahres dran. Und leider gibt es noch viel zu viele, die sich nicht verantwortlich dafür fühlen, etwas gegen den Hass im Netz zu tun und zum Beispiel entsprechende Kommentare melden. Jugendliche sind da übrigens aktiver als ältere, daher appelliere ich gerade auch an die Erwachsenen, hier aktiver zu werden. Das Internet kann ein großartiger Ort der Meinungsvielfalt sein. Dafür müssen wir aber noch viel tun.

Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg und Sarah Heinisch, Projektleiterin am LMZ, stellten die Bestandteile der Kampagne vor, die ab Oktober 2019 bis Ende 2020 über Social-Media-Kanäle und in Veranstaltungen vor Ort durchs Land tourt. Unter dem Motto „BitteWas?! Kontern gegen Fake und Hass“ werden Prominente und Influencer für einen respektvollen Umgang im Netz eintreten, mit Jugendlichen diskutieren und sie zum Handeln animieren. Botschafter der Kampagne sind bisher der Magier Alexander Straub, Rapper Weekend und Jess, Moderatorin im Kika. Nach und nach sollen immer mehr Prominente und Influencer dazu kommen. Dazu gehört außerdem ein großer Wettbewerb mit attraktiven Preisen sowie Materialien für den Unterricht. „Wir wollen Lehrkräfte unterstützen und uns geht es um Kinder und Jugendliche“, so Wolfgang Kraft. „Wir kommen zu Ihnen, in Veranstaltungen vor Ort, zu Schüler-Workshops, Eltern-Veranstaltungen, Lehrerkonferenzen und vieles mehr. Denn wir wollen möglichst viele dafür gewinnen, sich einen respektvollen Umgang miteinander anzueignen und zu praktizieren“.

Leandro Karst, Landesschülersprecher, war beim Podiumsgespräch dabei und hat selbst schon „blöde Kommentare im Netz“ abbekommen. „Es gibt immer mehr Menschen, die das Internet für so was nutzen, es ist eine Art Schlupfloch für sie, in der Realität würden sie sich das so nicht trauen. Es sollten sich immer mehr Menschen – egal ob jung oder alt – dazu bekennen, dass Hass im Netz keinen Platz haben sollte. Denn das Internet bietet so viel tolle Möglichkeiten, das sollte man jetzt nicht verteufeln, sondern das Positive wieder in den Vordergrund rücken. 

Die Kampagne im Internet: www.bitte-was.de

#RespektBW ist eine Kampagne der Landesregierung für eine respektvolle Diskussionskultur in den Sozialen Medien. Sie soll Kinder und Jugendliche aktivieren, für die Werte unserer Demokratie und ein gutes gesellschaftliches Miteinander einzutreten. Die Kampagne ist Teil des Impulsprogramms der Landesregierung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg führt die Kampagne im Auftrag des Staatsministeriums, in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, durch.

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