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Regeln für die Familie

Regeln für die Familie

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Eltern Regeln gehören zu jedem Familienalltag dazu!

Wie oft wird aufgeräumt? Wer hilft beim Tischabräumen? Aber auch: Wo soll der Computer stehen? Wie lange darf der Fernseher an bleiben? Wie viel Taschengeld gibt es pro Monat für das Handy?

Handy und Computer sind häufig Auslöser von Auseinandersetzungen. Um den Rahmen abzustecken, hat sich eine Mutter aus den USA zum ersten iPhone ihres Sohnes was Besonderes einfallen lassen: sie knüpfte die Nutzung des Handys an die Einhaltung eines 18-Punkte-Vertrags

Regeln müssen nicht immer gleich als Vertrag schriftlich festgehalten werden, um Wirkung zu zeigen. Eltern vereinbaren mit ihren Kindern Regeln am besten bei einem liebevollen Gespräch. Besonders gut funktionieren solche Regeln, die zusammen mit den Kindern ausgehandelt werden. Kindern sind dann wesentlich motivierter, als wenn die Regeln nur "übergestülpt" werden.

Regeln aufschreiben fördert die Aufmerksamkeit

Gerade bei schwierig erklärbaren Themen wie etwa der Facebook-Nutzung oder der Nutzung von Musiktauschbörsen, lohnt es sich die Regeln trotzdem schriftlich festzuhalten. Ein Schriftstück verhindert, dass Regeln nur "zwischen Tür und Angel" aufgestellt werden. Zugleich fördert das Aufschreiben und Lesen die Konzentration der Kinder. Sie müssen bewusst über den Sinn und Zweck der Regel nachdenken und verstehen so besser den Hintergrund. Zudem verhindert ein Vertrag, dass über Einzelheiten der Regeln gestritten wird ("Du hast aber gesagt, dass …"). Der Vertrag soll aber nicht als Kontroll-Werkzeug eingesetzt werden, sondern stets als Aufmacher für ein Gespräch. Das eingangs erwähnte Beispiel mit dem iPhone-Vertrag lehrt zweierlei: einerseits hat die Mutter den Vertrag in einem Ton geschrieben, der für ihren Sohn nachvollziehbar war. Auf juristische Floskeln sowie Fremdwörter wurde verzichtet. Weiterhin war der Vertrag dem Alter des Kindes angemessen. Will man etwa die Nutzungszeiten eines Gerätes festlegen, dann macht es bei Grundschülern keinen Sinn, eine „Wochennutzungszeit“ zu vereinbaren. Stattdessen sollte man für jüngere Kinder nachvollziehbare Einheiten wie z. B. „pro Tag eine Stunde“ festlegen. Sollte das Kind mal eine längere Sendung sehen wollen, kann man anbieten, die zusätzliche Zeit am nächsten Tag abzuziehen.

Medien zur Belohnung oder Bestrafung ungeeignet

Zum Abschluss noch zwei Tipps: Ein guter Anlass für das Aufstellen von Regeln ergibt sich immer dann, wenn ein neues Gerät angeschafft wurde. Hat ein Kind etwa zu Weihnachten eine Wii geschenkt bekommen, sollte spätestens nach den Feiertagen festgelegt werden, wie lange die Wii pro Tag bzw. pro Woche benutzt werden darf.

Weiterhin sollten Eltern vermeiden, Medien trotz aller Regeln zur Belohnung oder als Bestrafung einzusetzen. Dies hätte nur zur Folge, dass Medien ungewollt zu viel Aufmerksamkeit bekommen und beim Kind unnötig das Interesse am Computer oder am Handy steigt.

Wesentliche Regeln

Die Kindermedienland-Redaktion hat versucht wesentliche Regeln für Computer, Handy und Co. zusammenzustellen.

Benehmen

  1. Meine Eltern dürfen gelegentlich in mein Laptop, Tablet oder Smartphone reingucken.
  2. Ich beleidige niemals im Chat oder auf Facebook andere oder lästere über andere. Ich behandle andere so, wie ich auch gerne behandelt werden möchte.
  3. Ich veröffentliche niemals Informationen und Bilder von anderen, ohne sie vorher nach der Erlaubnis gefragt zu haben.
  4. Vor dem zu Bett gehen platziere ich alle mobile Geräte (Nintendo DS, Smartphone) außerhalb des Kinderzimmers. 
  5. Falls was schief läuft: die Eltern sind mein erster Ansprechpartner, sie sind Helfer in der Not.

Zeiten

  1. Ich halte mich an die Zeitabsprachen, die ich mit meinen Eltern gemacht habe. (z. B. Laptop von 14 bis 20 Uhr, pro Woche maximal 15 Stunden, je nach Alter festzulegen).

Datenschutz

  1. Ich werde mich niemals mit Personen treffen, die ich nur online kenne (nur vom Chat, nur von Facebook etc.)
  2.  

  3. Ich werden niemals online Informationen veröffentlichen, die ich nicht auch einem Fremden auf der Straße sagen würde (Wo wohnst du? Wie alt bist du? Hast du Geschwister?)
  4.  

  5. Ich werde keine Bilder veröffentlichen, auf denen ich klar erkennbar bin.
  6.  

  7. Ich werde mich nirgendwo registrieren, wo man nach einer E-Mail-Adresse gefragt wird, außer ich habe das vorher mit meinen Eltern abgesprochen.

Inhalte

  1. Ich werden keine Bilder, Videos, Musikstücke ins Internet stellen, die ich nicht selber angefertigt habe.
  2.  

  3. Zugänge zu Tauschbörsen haben auf meinem Rechner / Smartphone nichts verloren.
  4.  

  5. Ich darf keine Online-Einkäufe oder Online-Auktionen machen, außer ich habe das vorher mit meinen Eltern abgesprochen.

Die schriftliche Reglementierung der Internet-Nutzung hat in Deutschland nicht nur erzieherische sondern auch juristische Bedeutung. Eltern können mit einem Vertrag rechtsverbindlich nachweisen, dass sie ihr Kind ausreichend informiert haben und illegale Aktivitäten verboten haben. Im Falle einer Abmahnung etwa wegen Urheberrechtsverletzungen hat dies eine entscheidende Bedeutung. Der Bundesgerichtshof entschied 2012, dass Eltern nicht für Urheberrechtsverletzungen ihrer Kinder haften, wenn sie ihre Kinder vorher ausreichend belehrt hatten.

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Beim Internet ABC können Sie Ihren persönlichen Vertrag aufsetzen. Für jedes Thema wie Smartphone, Gaming oder Internet werden Regeln ausgewählt und Satzbausteine individuell angepasst:

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