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Onlinespiele

Onlinespiele

PC Das Onlinegame "World of Warcraft" verzeichnet über 1 Milliarde Dollar Umsatz jährlich.

Einleitung

Die im November 2013 erscheinende Xbox One ist bereits vor ihrem Markteintritt ein heiß diskutiertes Thema: anfänglich sollte die Konsole nur dann richtig funktionieren, wenn sie permanent mit dem Internet verbunden ist. Gerüchten zufolge soll die in der Xbox verbaute Kinect-Kamera bei Benutzern für die "totale Überwachung" sorgen und persönliche Daten an US-Server weiterleiten. Das Thema zeigt wie relevant das Thema "Onlinespiele" mittlerweile in der Lebenswelt Jugendlicher ist.

Wenn man von Onlinespielen spricht, dann ist damit kein bestimmtes Spiel-Genre gemeint. Stattdessen bezieht sich der Begriff "Onlinespiele" auf die eingesetzte Technik. Ursprünglich wurden einzelne Spieler in Onlinespielen wie "Ultima Online"  übers Internet verbunden. So konnten sie zeitlgleich gegeneinander oder miteinander an der Handlung teilnehmen. Was früher noch eine Rarität für eingefleischte Computer-Nerds war, ist heutzutage Normalität. Über 34 Millionen Menschen spielten im Deutschland 2019 Games auf Smartphones und Tablets, dem PC sowie Spielekonsolen und Handhelds. Egal mit welchem Gerät gespielt wird – ein Großteil der Computerspiele verbindet sich permanent mit dem Internet und tauscht dadurch spielerelevante Daten aus.

Besonders bekannt wurden Onlinespiele durch das Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel World-of-Warcraft (kurz WOW). Zahlreiche Reportagen und Untersuchungen haben sich schon mit dem hohen Suchtfaktor von Azeroth – so der Name der Spielwelt von World of Warcraft – auseinandergesetzt. Die Forschung hat mittlerweile Zusammenhänge zwischen dem hohen sozialen Faktor der WOW-Spielewelt und dem Risiko einer gesundheitlich gefährdenden Spielenutzung entdeckt. Eine gefährdenden Nutzung ist gerade bei solchen Spielern wahrscheinlich, die mit Onlinespielen ihre realweltlichen Probleme kompensieren wollen. Dies zeigte eine Studie des Hamburger Hans-Bredow-Institutes, die zusammen mit der Fachhochschule Köln durchgeführt wurde.

Wirtschaftlich betrachtet gehören Onlinespiele bei weitem nicht mehr zu den Randerscheinungen. World of Warcraft verzeichnete zu Hochzeiten über 10 Millionen Abonnementen weltweit, was beim Preis für ein Monatsabonnement 15 Dollar über 1 Milliarde Dollar Umsatz jährlich ausmacht. Onlinespiele wie World of Warcraft können umsatzmäßig problemlos mit Blockbuster-Filmen wie Avatar oder Titanic mithalten.

Jugendschutz bei Onlinespielen noch eine Baustelle

Problematisch ist bei Onlinespielen die Umsetzung der Jugendfreigaben. Jeder Jugendliche kann sich ohne Altersnachweis online bei einem Spiel anmelden, selbst wenn es erst ab 18 freigegeben ist – vorausgesetzt er trägt ein falsches Geburtsdatum ein und verfügt über eine E-Mail-Adresse. Neben harmlosen Strategie- und Geschicklichkeitsspielen bekommen Minderjährige so auch Zugriff auf gewalthaltige Shooterspiele wie "APB reloaded" oder "District 187". Das reizvolle an beiden Spielen ist, dass sie kostenlos sind. "APB reloaded" hat die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) erst ab 18 Jahren und "District 187" ist vom US-amerikanischen ESRB (Entertainment Software Rating Board) erst ab 16 Jahren freigegeben. 

Der Spiele-Beschreibungstext von APB reloaded macht klar worauf es ankommt: "Macht das gegnerische Team platt und zwar richtig. Dafür gibt’s dann auch schicke neue Titel für euch. Zum Beispiel erhaltet ihr eine besondere Auszeichnung für 100 umgebrachte Gegner oder wenn ihr länger als zehn Minuten am Stück lebt." Für die Auszeichnungen erhalten die Spieler begehrte Credit-Points bzw. Spielewährung. Mit der Spielewährung können sie sich höherwertige Spieleausrüstung, bessere Waffen, Autos etc. kaufen. Normalerweise dauert es mehrere Spielstunden, um die nötigen Credit-Points zu sammeln. Damit Spieler schneller an das gewünschte Zubehör gelangen, können sie echtes Geld in Spielwährung tauschen. So kostet etwa 100.000 APB Cash umgerechnet 9,21 Euro. Inhaber eines Jugendkontos können bereits ab 12 Jahren solch Spielegeld bezahlen – Online-Banking und giro-Pay-Verfahren machen es möglich. 

Werbung auf Browserspiele-Plattformen nicht kindgerecht

Für die meisten Onlinespiele muss der Nutzer eine Client-Software auf seinen Rechner herunterladen. Diese überträgt alle spielerelevanten Daten zwischen dem PC des Spielers und dem Server des Spieleanbieters. Die Installation der Clientsoftware kann teilweise richtig lange dauern. Neben dieser Art von Onlinespielen existieren noch sogenannte Browserspiele, die ohne diese aufwändige Installation auskommen und direkt im Browser-Fenster ausgeführt werden. Auf Internetseiten wie www.kostenfreiespiele.com oder www.fettspielen.de finden Interessierte alles, von Barbie-Spielen über Fußball-Games bis hin zu Zombie-Shootern. Was beim ersten Blick auf allen diesen Spieleportalen auffällt, sind unzählige Werbeeinblendungen. Leider verfügen junge Kinder nur begrenzt über das notwendige Wissen, um Werbung zu erkennen und darauf reagieren zu können. Besonders verfänglich sind Werbeeinblendungen, die sich kaum vom Spieleangebot unterscheiden. Oft führen sie auf Seiten, die zur Eingabe der E-Mail-Adresse und weiterer persönlicher Daten animieren sollen. Dies ergab eine Untersuchung des Projekts "Verbraucherrechte in der digitalen Welt" des Verbraucherzentrale Bundesverbandes von 2011.

Tipps für Eltern

Reden Sie darüber mit Ihrem Kind!

Unser erster Rat ist: sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, für welche Spiele es sich interessiert. Erklären Sie ihm welche Spiele für es in Frage kommen und warum Sie z. B. Spiele mit gewalthaltigem Inhalt ablehnen, welche Sorgen Sie sich diesbezüglich machen und dass Sie sich an die Alterskennzeichen der USK halten. Fragen Sie Ihr Kind (immer wieder), welche Online- oder Browserspiele es spielt und machen Sie Ihrem Kind klar, dass es sich an die gemeinsam vereinbarten Regeln halten soll. 

Nutzen Sie technische Hilfsmittel

Darüber hinaus bestehen auch technische Möglichkeiten der Spielbegrenzung. Nutzen Sie beispielsweise  die Möglichkeit den Internetzugang für ihre Kinder einzuschränken. Bei vielen Internet-Router können Sie festlegen, welche Geräte wie lange mit dem Internet verbunden sein dürfen. Auch die Konsolen selber verfügen über Jugendschutzeinstellungen, mit denen Sie problematisches Spielen eindämmen können. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Seite https://www.medien-kindersicher.de/.

Auswahl von Standort und des Gerätes berücksichtigen

Eine weitere Form der Restriktion besteht in der Wahl des Familien-Rechners und dessen Standort. Für Apple-Rechner ist das Angebot an Spielen mit Altersbeschränkung deutlich geringer. Die meisten Onlinespiele sind nicht als Mac-Version erhältlich. Besagte Browserspiele können aber dennoch mit einem Apple-Rechner gespielt werden. Eltern können aber in Apples iTunes unterbinden, dass Spiele mit Altersbeschränkung gekauft werden. Abgesehen davon müssen Eltern sich darüber im Klaren sein, dass technische Vorkehrungen nicht zu absoluter Absicherung vor unerwünschten (Spiel)-Inhalten führen. Ein weiterer Rat ist, den Familien-Rechner dort hinzustellen, wo Eltern von Zeit zu Zeit einen Blick auf den Bildschirm werfen können. Die hinterste Ecke im Kinderzimmer ist als Ort für den Rechner nicht zu empfehlen.

Regeln festlegen

Sollte Ihr Kind schon älter sein und Sie ihm die Nutzung von Onlinespielen erlauben, gilt es folgende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen:

  • Überprüfen Sie zu Beginn, ob das Spiel für Ihr Kind altersgemäß ist. Hinweise dazu finden sie auf: www.usk.de oder www.esrb.org.
  • Legen Sie Regeln fest: wie lange, welche Uhrzeiten etc. Mehr dazu in unserem Artikel "Setzen von Regeln und zeitlichen Grenzen"
  • Klären Sie Ihr Kind auf, dass es bei Multiplayerspielen zu unangemessenen Verhalten anderer Mitspieler kommen kann: Beleidigungen, sexistische Äußerungen sowie die Einladung zum Cybersex sind laut einschlägigen Foren gang und gäbe. Ermutigen Sie Ihr Kind, solche Vorfälle nicht für sich zu behalten, sondern mit Ihnen darüber zu sprechen. Zeigen Sie ihrem Kind, dass es mit Ihrer Unterstützung rechnen kann und dass solche Vorfälle nicht mit Spieleverbot geahndet werden.
  • Klären Sie sich und ihr Kind über Schutzmaßnahmen auf, die von Spiel zu Spiel bzw. die nach Konsole variieren. Sie sollten wissen, wie man Beleidigungen und ähnliches beim Spieleanbieter melden kann und wie solche Mitspieler zu sperren sind.
  • Klären Sie ihr Kind auf, das Angaben anderer Mitspieler nichts mit der Realität zu tun haben müssen: ein Mann kann sich als Frau ausgeben und umgekehrt, ein vermeintlich 14-jähriger ist in Wirklichkeit ein älterer Erwachsener etc. 
  • Angebote anderer Mitspieler, Spielgegenstände zu verschenken oder Tipps zum besseren Spiel sollten misstrauisch machen. Teilweise soll dadurch Vertrauen aufgebaut werden, was später dazu dient, einen Telefonanruf oder reales Treffen zu arrangieren.
  • Klären Sie ihr Kind auf, dass es in Onlinespielen keine persönlichen Daten bekanntgeben darf. Die Angabe von realen Namen, Wohnort, Geschlecht, Aussehen etc. hat im Spielzusammenhang nichts verloren. Genauso wenig das Verschicken von Fotos. Der Nickname im Spiel sollte keine Rückschlüsse auf den richtigen Namen liefern.
  • Der Spiele-Account sollte mit einem sicheren Passwort geschützt sein. Erklären Sie ihrem Kind wie so ein Passwort aussieht. Eine Anleitung finden Sie hier.